Erholungsnutzung im Wald vs. Wildtierschutz: Die Kausalitätskette des Freizeitdrucks
Rund ein Drittel des Kantons Aargau besteht aus Wald. Diese Fläche ist eine feste Grösse – sie lässt sich nicht vermehren. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche der modernen Freizeitgesellschaft massiv. Bis ins Jahr 2050 rechnet der Kanton mit einem Bevölkerungszuwachs von 17 Prozent (+128'000 Personen). Prognosen zeigen, was das für den Wald bedeutet: geschätzte 93'500 Mountainbikerinnen und Mountainbiker sowie fast 55'000 Hunde werden den Erholungsraum nutzen.
Jagdgesetze sind in erster Linie Wildtierschutzgesetze
In der öffentlichen Debatte gerät oft in Vergessenheit, dass Jagdgesetze primär Schutzgesetze für Wildtiere darstellen. Sowohl das eidgenössische Jagdgesetz als auch das aargauische Jagdgesetz bezwecken zuvorderst den Erhalt von Lebensräumen, die Artenvielfalt und den Schutz vor Störungen.
Zudem formuliert das kantonale Waldgesetz klar, dass die Erholung so zu ordnen ist, dass die Ruhe im Wald gewahrt bleibt. Dennoch klafft in der Realität seit Jahren ein spürbares Vollzugsdefizit:
- Unzählige illegale Trails werden quer durch den Wald geschlagen.
- Die Leinenpflicht für Hundehalter wird vielerorts vernachlässigt.
- Sport- und Freizeitaktivitäten verlagern sich zunehmend in die Dämmerungs- und Nachtstunden sowie abseits bestehender Wege.
- Politisch wird oft der bequeme Weg gewählt, illegale Pfade nachträglich zu legalisieren, anstatt bestehendes Recht konsequent durchzusetzen.
Die Kausalitätskette: Störung – Flucht – Wildschaden
Wildtiere reagieren auf unvorhersehbare Störungen mit Stress und Flucht. Jede Flucht kostet Energie. Um diesen Verlust auszugleichen, muss das Wild mehr Äsung aufnehmen. Da es sich wegen des anhaltenden Nutzungsdrucks tagsüber kaum noch auf Freiflächen wagt, konzentriert sich die Nahrungsaufnahme auf das dichte Waldinnere – die logische Konsequenz sind vermehrte Verbiss- und Fegeschäden an Jungbäumen.
Verantwortung statt reiner Anspruchshaltung
Der Wald ist die Heimat unserer Wildtiere und das Kapital der Waldeigentümer – er darf nicht zur reinen Kulisse eines frei zugänglichen Erlebnisparks verkommen. Jägerinnen und Jäger übernehmen einen klaren gesetzlichen Hege- und Regulationsauftrag und entschädigen die Waldnutzung über das Jagdrecht. Eine vergleichbare Verpflichtung zum Schutz und zur Kostenbeteiligung muss künftig auch von anderen Erholungsnutzern eingefordert werden.
Nur wenn Rückzugsorte konsequent geschützt und Ruhezonen respektiert werden, bleiben unsere Wälder artenreich und intakt.
Gelungener Auftakt: Kampagne zur Zeitumstellung und Wildunfallprävention geht viral
Die erste Feuertaufe des neu formierten Ressorts Kommunikation war ein voller Erfolg: Mit der Social-Media-Kampagne zur Zeitumstellung und zur aktiven Wildunfallprävention konnten wir unzählige Verkehrsteilnehmende direkt sensibilisieren.
Ob auf Facebook, Instagram, WhatsApp oder LinkedIn – die aufmerksamkeitsstarken Sujets wurden tausendfach geteilt und verbreitet. Das grosse Echo beschränkte sich dabei längst nicht nur auf unser Verbandsgebiet: Auch weit über die Aargauer Kantonsgrenzen hinaus griffen Jägerinnen, Jäger, Partnerverbände und Verkehrsteilnehmer die Botschaften auf und sorgten für eine geschlossene Sichtbarkeit unserer Anliegen.
Die neue Verbandsstruktur: Vorwärtsstrategie für die Aargauer Jagd
Dieser Erfolg zeigt, wie entscheidend eine schlagkräftige und zeitgemässe Verbandsarbeit ist. An der vergangenen Herbstversammlung hat der Vorstand die neue Struktur und die Ausrichtung der verschiedenen Ressorts vorgestellt. Mit dieser Vorwärtsstrategie machen wir den Aargauischen Jagdschutzverein fit für die kommenden Herausforderungen in Politik, Öffentlichkeit und Hege.
Möchtest du genau wissen, wie die neuen Ressorts aufgeteilt sind und welche Schwerpunkte gesetzt werden?
Hier geht es zur Vorstellung der Vorwärtsstrategie →