Vom Hochsitz – Aargauische Jagd

Vom Hochsitz – Jetzt entstehen die Geschichten für den Winter

Die Herbstjagd läuft – und mit ihr jene unvergesslichen Momente, über die wir in den ruhigeren Wintermonaten gerne lesen. Unsere monatliche Rubrik lebt von den Erlebnissen direkt aus den Aargauer Revieren.

Habt ihr diesen Herbst etwas erlebt? Zum Beispiel:
  • Einen besonderen Moment oder einen Anblick, den ihr so schnell nicht vergesst?
  • Eine Nachsuche oder eine Situation, in der euer Jagdhund über sich hinausgewachsen ist?
  • Ein gelebter Brauch oder ein Ritual, das bei eurer Jagdgesellschaft einfach dazugehört?
  • Oder schlicht einen stimmungsvollen Schnappschuss von den herbstlichen Jagdtagen?

Keine Schreibprofis nötig: Ihr müsst keinen fertigen Aufsatz einreichen. Stichworte, ein paar Notizen oder kurze Gedanken genügen vollkommen – unser Redaktionsteam hilft gerne beim Ausformulieren. Wer möchte, kann seinen Beitrag selbstverständlich auch völlig anonym veröffentlichen lassen.

Die Beiträge erscheinen monatlich auf ajv.ch und in der Pirschpost. Eine besonders schöne Geschichte möchten wir zudem an der nächsten Delegiertenversammlung präsentieren!

Einsendeschluss: Jeweils am 20. des Monats

Direkt per Mail an: kommunikation@ajv.ch

Thema des Monats: Wildtierbiologie und Recht

Erholungsnutzung im Wald vs. Wildtierschutz: Die Kausalitätskette des Freizeitdrucks

Analyse zum Spannungsfeld zwischen Freizeitansprüchen, Forstwirtschaft und Wildruhezonen im Aargau
Hintergrund zum Anlass: Auf Einladung des Verbands der Aargauischen Ortsbürgergemeinden (VOBG) referierte Thomas Laube am 22. Oktober 2026 beim Feierabendgespräch in Oberlunkhofen. Vor den versammelten Vertreterinnen und Vertretern der Aargauer Ortsbürgergemeinden – den zentralen Waldeigentümern unseres Kantons – beleuchtete er aus jagdlicher und wildbiologischer Sicht die wachsenden Konflikte im Wald. Unter den anwesenden Gästen war unter anderem auch Richard Schraner vertreten.

Rund ein Drittel des Kantons Aargau besteht aus Wald. Diese Fläche ist eine feste Grösse – sie lässt sich nicht vermehren. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche der modernen Freizeitgesellschaft massiv. Bis ins Jahr 2050 rechnet der Kanton mit einem Bevölkerungszuwachs von 17 Prozent (+128'000 Personen). Prognosen zeigen, was das für den Wald bedeutet: geschätzte 93'500 Mountainbikerinnen und Mountainbiker sowie fast 55'000 Hunde werden den Erholungsraum nutzen.

Jagdgesetze sind in erster Linie Wildtierschutzgesetze

In der öffentlichen Debatte gerät oft in Vergessenheit, dass Jagdgesetze primär Schutzgesetze für Wildtiere darstellen. Sowohl das eidgenössische Jagdgesetz als auch das aargauische Jagdgesetz bezwecken zuvorderst den Erhalt von Lebensräumen, die Artenvielfalt und den Schutz vor Störungen.

Zudem formuliert das kantonale Waldgesetz klar, dass die Erholung so zu ordnen ist, dass die Ruhe im Wald gewahrt bleibt. Dennoch klafft in der Realität seit Jahren ein spürbares Vollzugsdefizit:

  • Unzählige illegale Trails werden quer durch den Wald geschlagen.
  • Die Leinenpflicht für Hundehalter wird vielerorts vernachlässigt.
  • Sport- und Freizeitaktivitäten verlagern sich zunehmend in die Dämmerungs- und Nachtstunden sowie abseits bestehender Wege.
  • Politisch wird oft der bequeme Weg gewählt, illegale Pfade nachträglich zu legalisieren, anstatt bestehendes Recht konsequent durchzusetzen.

Die Kausalitätskette: Störung – Flucht – Wildschaden

Wildtiere reagieren auf unvorhersehbare Störungen mit Stress und Flucht. Jede Flucht kostet Energie. Um diesen Verlust auszugleichen, muss das Wild mehr Äsung aufnehmen. Da es sich wegen des anhaltenden Nutzungsdrucks tagsüber kaum noch auf Freiflächen wagt, konzentriert sich die Nahrungsaufnahme auf das dichte Waldinnere – die logische Konsequenz sind vermehrte Verbiss- und Fegeschäden an Jungbäumen.

Der Trugschluss bei den Abschussquoten: Anstatt den permanenten Freizeitdruck und die Beunruhigung als Auslöser für forstliche Schäden anzugehen, wird oft reflexartig nach höheren Abschussplänen für das Wild gerufen. Dies behandelt lediglich das Symptom, nicht die Ursache.

Verantwortung statt reiner Anspruchshaltung

Der Wald ist die Heimat unserer Wildtiere und das Kapital der Waldeigentümer – er darf nicht zur reinen Kulisse eines frei zugänglichen Erlebnisparks verkommen. Jägerinnen und Jäger übernehmen einen klaren gesetzlichen Hege- und Regulationsauftrag und entschädigen die Waldnutzung über das Jagdrecht. Eine vergleichbare Verpflichtung zum Schutz und zur Kostenbeteiligung muss künftig auch von anderen Erholungsnutzern eingefordert werden.

Nur wenn Rückzugsorte konsequent geschützt und Ruhezonen respektiert werden, bleiben unsere Wälder artenreich und intakt.

Jagd schützt und nützt: Wildtierschutz gelingt nur dort, wo Freizeitaktivitäten den Tieren verbindlichen Raum und Ruhe zugestehen.
Aus dem Verband: Ressort Kommunikation

Gelungener Auftakt: Kampagne zur Zeitumstellung und Wildunfallprävention geht viral

Erste Aktion des neu aufgestellten Ressorts erzielte enorme Reichweite weit über den Aargau hinaus

Die erste Feuertaufe des neu formierten Ressorts Kommunikation war ein voller Erfolg: Mit der Social-Media-Kampagne zur Zeitumstellung und zur aktiven Wildunfallprävention konnten wir unzählige Verkehrsteilnehmende direkt sensibilisieren.

Ob auf Facebook, Instagram, WhatsApp oder LinkedIn – die aufmerksamkeitsstarken Sujets wurden tausendfach geteilt und verbreitet. Das grosse Echo beschränkte sich dabei längst nicht nur auf unser Verbandsgebiet: Auch weit über die Aargauer Kantonsgrenzen hinaus griffen Jägerinnen, Jäger, Partnerverbände und Verkehrsteilnehmer die Botschaften auf und sorgten für eine geschlossene Sichtbarkeit unserer Anliegen.

Sujets verpasst oder noch teilen? Alle Grafiken zur Präventionskampagne und Tipps zum Teilen findest du im Originalbeitrag.

Die neue Verbandsstruktur: Vorwärtsstrategie für die Aargauer Jagd

Dieser Erfolg zeigt, wie entscheidend eine schlagkräftige und zeitgemässe Verbandsarbeit ist. An der vergangenen Herbstversammlung hat der Vorstand die neue Struktur und die Ausrichtung der verschiedenen Ressorts vorgestellt. Mit dieser Vorwärtsstrategie machen wir den Aargauischen Jagdschutzverein fit für die kommenden Herausforderungen in Politik, Öffentlichkeit und Hege.

Möchtest du genau wissen, wie die neuen Ressorts aufgeteilt sind und welche Schwerpunkte gesetzt werden?

Hier geht es zur Vorstellung der Vorwärtsstrategie →