«Dieses Projekt ist ein Beweis dafür, dass die Jagd nicht nur aus der Natur abschöpft, sondern ihr auch etwas zurückgibt», betonte Thomas Laube, Präsident der Stiftung Wildtiere Aargau, anlässlich der Vorstellung des Projekts «Lebensraum Jura» beim Windistalhof in Effingen.
Die Stiftung – der «grüne Arm von Jagd Aargau» – engagiert sich zusammen mit Jagd Aargau und dem Aargauer Bauernverband seit vielen Jahren in der Aktion «Rettet die jungen Wildtiere» für die Kitzrettung. Darüber hinaus setzt sie sich mit grossem Engagement für den Erhalt der Artenvielfalt und die Schaffung naturnaher, vernetzter Lebensräume im ganzen Kanton ein.
Beim Projekt «Lebensraum Jura» geht es laut Thomas Laube keineswegs nur um jagdbare Tiere. Ziel ist die gezielte Förderung von Lebensräumen für Amphibien, Reptilien, Vögel und Insekten. Geplant und fachlich begleitet werden die Massnahmen durch das Planungsbüro apiaster GmbH aus Buchs. Die Finanzierung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau – insbesondere der Abteilung Landschaft und Gewässer sowie der Sektion Jagd und Fischerei – ergänzt durch Beiträge gemeinnütziger Stiftungen und private Spenden.
Vielfältige Aufwertungsmassnahmen in Effingen
Dank der tatkräftigen Unterstützung von Frank Möri, dem Pächter des Windistalhofes, konnten im hinteren Bereich des Tälchens entlang des Tobelbaches eindrückliche Massnahmen umgesetzt werden:
- Rund 200 m² neue Wasserfläche: Erstellung von vier flachen Weihern als Fortpflanzungs- und Lebensraum.
- Über 500 Laufmeter Hecken: Neuanpflanzungen unter anderem mit Felsenbirne, Speierling und Traubenkirsche.
- Mehr als 60 Bäume & Kleinstrukturen: gezielte Strukturen für Insekten, Kleinlebewesen und Reptilien.
Dass die Massnahmen greifen, zeigte sich bereits beim gemeinsamen Rundgang: Erste Libellenlarven und Molche haben die im Frühjahr angelegten Weiher bereits besiedelt. Besondere Hoffnung setzt man zudem auf die Ansiedlung der Geburtshelferkröte («Glögglifrosch») sowie dank spezieller Nistkästen auf Vögel wie den Neuntöter und den Wiedehopf.
Fokus auf den Wasserhaushalt in Zeiten des Klimawandels
Philipp Schuppli, Geschäftsführer der apiaster GmbH, wies auf die steigende Bedeutung solcher Massnahmen hin: «Wir stehen mitten in einer rasanten Entwicklung. Nach diesem Hitzesommer wird in der Bevölkerung eine verstärkte Affinität zum Thema Wasser entstehen.»
Bei den zukünftigen Projekten der Stiftung Wildtiere Aargau soll deshalb das Thema Wasser – insbesondere Massnahmen zur Verbesserung des lokalen Wasserhaushaltes durch gezielte Rückhaltung – noch starker im Mittelpunkt stehen.
Die neu geschaffenen Trittsteine im Effinger Tälchen zeigen exemplarisch, wie moderner Naturschutz und jagdliches Engagement Hand in Hand gehen, um wertvolle Biotope nachhaltig für die Zukunft zu sichern.
Ein Bericht und Bilder von Louis Probst, Chef Medien AJV
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