Bad Zurzach Die Bezirksversammlung von Jagd Aargau wählte Stefan Laube, als Nachfolger von Gerhard Wenzinger, zum neuen Bezirksobmann. 

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Bezirksversammlung der Zurzibieter Jägerinnen und Jäger im Restaurant „Sodi“ in Bad Zurzach: Die Bewertung der Jagdreviere für die Pachtperiode 2027 bis 2034 und die Wahl eines Nachfolgers von Gerhard Wenzinger als Bezirksobmann. Wenzinger leitet seit vergangenem Jahr als Präsident von Jagd Aargau den Kantonalverband. Einstimmig als Bezirksobmann gewählt wurde Stefan Laube (Zurzach), Obmann der Jagdgesellschaft Laubberg. (Am Rande: Stefan Laube schlüpft in Bad Zurzach jeweils auch in die Rolle des Ättirüedi.)

Reviere und ihre Bewertung

Die Verpachtung der Aargauer Jagdreviere für die neue Pachtperiode läuft. Dabei dürfte die Bewertung der Reviere, die für die Höhe des Pachtzinses entscheidend ist, in den Jagdgesellschaften wohl da und dort für Gesprächsstoff sorgen. In seinem Referat „Jagdrevierbewertung Pachtperiode 2027 bis 2034“ zeigte Reto Fischer von der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton, den „Meccano“ auf, nach welchem diese Bewertung erfolgt. 

„Die Bewertung der Jagdreviere basiert grundsätzlich auf der Bewertung der Lebensräume“, so Reto Fischer. Entscheidend ist am Schluss eine Punktzahl, die sich aus der Formel „Sockelbeitrag plus Lebensraumpotential minus Störung“ ergibt. „Dieses Bewertungssystem, welches die frühere gutachterliche, subjektive Bewertung ersetzt, beruht auf nachvollziehbaren Daten, die für alle gleich sind“, erklärte Reto Fischer. Durch das flexible Punktesystem können auch Nachteile für die Jagd, wie etwa Nähe des Reviers zu Siedlungen oder Freizeitanlagen, berücksichtigt werden. Die Bewertung erfolgt unabhängig von Wildbestand, Fallwildzahlen oder den vorkommenden Arten. 

„Das Bewertungssystem weist sicher gewisse Mängel auf“, so Gerhard Wenzinger. „Aber es basiert auf Daten. Damit ist es im Grossen und Ganzen fair.“ Wie er versicherte, wird aber Jagd Aargau, im Vorfeld der Verpachtung für die Periode 2035 bis 2042, wieder für eine Senkung des Gesamtpachtzinsertrages lobbyieren. Immerhin hat der Regierungsrat diesen Betrag, auf Antrag von Jagd Aargau, für die Periode 2027 bis 2034 von 1,2 auf 1,1 Millionen Franken reduziert.

Dauerthema Biken 

In seinem Jahresbericht ging Bezirksobmann Wenzinger auch auf einen überparteilichen Vorstoss ein, der kürzlich im Grossen Rat eingereicht wurde. In diesem Vorstoss wird der Regierungsrat aufgefordert, zu prüfen, welche gesetzlichen Bestimmungen geändert werden müssten, damit künftig auf allen in den offiziellen Karten im Massstab 1:25000 der Landestopografie eingezeichneten Wegen mit dem Fahrrad gefahren werden könne. „Es ist klar, dass wir Jäger das nicht wollen» betonte Wenzinger. «Das wäre ein Paradigmenwechsel. Wir werden versuchen, mit der Landwirtschaft und den Waldeigentümern an Bord, Gegensteuer zu geben.“

In seinem Bericht ging der Bezirksobmann unter anderem auch auf die Sarkosporidien ein, welche als Zwischenwirt Wild-, aber auch Nutztiere befallen, was in der Jägerschaft zu grosser Verunsicherung geführt habe.

Bevor er Gerhard Wenzinger als Bezirksobmann gebührend verabschiedete, informierte Ueli Laube, der stellvertretende Bezirksobmann, über die Zurzibieter Jagdschule, an der sich gegenwärtig 12 Jungjägerinnen und Jungjäger auf die bevorstehende kantonale Jagdprüfung vorbereiten. Für den neuen Lehrgang, der im August beginnt, gibt es bereits acht Anmeldungen.

Bericht & Bilder: Louis Probst


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