Der Workshop „Vision jagdaargau 2030“ lieferte Impulse für künftige Strategien

„Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht angekommen“, so Jagd-Aargau-Präsident Gerhard Wenzinger am Workshop „Vision jagdaargau 2030“ in Brugg.  „Der Vorstand muss die Basis spüren. Ziel des Workshops ist es daher nicht, Lösungen zu präsentieren, sondern Bedürfnisse und Themen abzuholen und Probleme zu benennen, um daraus eine Strategie für die nächsten fünf Jahre ableiten zu können.“

Dieses Ziel hat der Workshop, mit Manfred Rötheli als externem Berater, zweifellos erreicht. Rund 50 Jägerinnen und Jäger, vor allem Obleute von Jagdgesellschaften, Jagdleiter und Jagdaufseher, aber auch der Leiter der Sektion Jagd und Fischerei, Thomas Stucki, lieferten aus den Themengruppen „Kommunikation und Verbandstrukturen“ (Leitung Guido Heggli); „Freizeitarena Wald“, (Stefan Scheidegger); „Jungjägerausbildung“, (Ralph Conrad); „Herausforderung Schwarzwild“ (Bernhard Frei) und „Herausforderung Rotwild“ (Ueli Wanderon) wertvolle Inputs.

„Jagd schützt Lebensräume“

Das Thema „Biken“ nahm in der Gruppe „Freizeitarena Wald“ erwartungsgemäss breiten Raum ein. Wie aus den Voten hervorging, bestehen in der Jägerschaft „extrem unterschiedliche Meinungen“. Sich querzustellen wirke sich aber negativ aus, wurde zu bedenken gegeben und auf positive Entwicklungen, so im Raum Gränichen, hingewiesen.

In Bezug auf die zunehmende Störung der Wildtiere durch Freizeitaktivitäten wurde festgestellt, dass wissenschaftlich belastbare Grundlagen über die Auswirkungen dieser Störungen leider weitgehend fehlen würden. „Es braucht den Schutz der Lebensräume“, gab ein Teilnehmer zu bedenken. „Wir schützen nicht einfach Rehe oder Wildsäuli, sondern Lebensräume.“

 „Defizit beim Lobbying“

Gutes tun und darüber reden: Diese Erkenntnis aus Wirtschaft und Politik scheint in der Jägerschaft noch nicht so richtig angekommen zu sein. Das kam am Workshop klar zum Ausdruck. Im Bereich der Kommunikation, sowohl nach innen wie nach aussen, wurde jedenfalls Nachholbedarf festgestellt. Ein Bedürfnis bestehe beispielsweise in der Information der breiten Bevölkerung, in der oft das Verständnis für die Kreisläufe in der Natur fehlen würde. Aber auch der Selbstverantwortung der Jägerschaft – etwa beim Auftritt in Medien – müsse Beachtung geschenkt werden. Zur Kommunikation gehöre auch ein gemeinsames Wording für die Tätigkeiten der Jagd. Unbestritten war der Einbezug der Sozialen Medien für die Kommunikation. 

Auch in der verbandsinternen Kommunikation bestehe Luft nach oben wurde festgestellt. Bemängelt wurde, dass der Informationsfluss hauptsächlich von oben nach unten verlaufe. Bedauert wurde, dass die Jagd in der Politik – im Grossen Rat – nicht direkt vertreten sei und daher in der Lobbyarbeit gegenüber Landwirtschaft und Naturschutz ein Defizit bestehe. 

„Ausbildung aus der Zeit gefallen“

Die Ausbildung der Jungjägerinnen und Jäger sei „aus der Zeit gefallen“, so eine Zusammenfassung von Voten. Eine Veränderung sei angezeigt. Ausbildungsreglemente und Prüfungen müsstenstärker praxisbezogen sein. Angeregt wurde die Schaffung eines Leitfadens für die Ausbildungsverantwortlichen in den Revieren. Ausbildungsbedarf bestehe auch im Umgang mit dem Rotwild. „Das Rotwild wandert ein», so die Erkenntnis. «Wir müssen uns damit befassen. Wir müssen uns trainieren, vor allem Jungjägerinnen und Jungjäger, allenfalls sogar im Rahmen eines obligatorischen Kurses.“

Ein paar Impressionen

Bericht & Bilder: Louis Probst


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